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Weihnachten - das Fest der Liebe und des Friedens
Weihnachten ist der Tag der Geschenke in den Familien und unter Freunden.
Welche religiöse Bedeutung und Tragweite dieser Tag hat und was die Geste
des Schenkens bedeutet, ist freilich weniger bewußt, aber auch nicht völlig
aus dem Bewußtsein der Leute geraten. Die Erzählung aus dem Evangelium
nach Lukas dürfte in den Grundzügen sogar den Menschen bekannt sein, die
mit Kirche und christlicher Weihnachtsfeier nicht mehr sehr viel zu tun
haben: Krippe und Herberge, die Reise nach Bethlehem sind Elemente des
allgemeinen Kulturgutes geworden.
So wie die Menschen bei uns Weihnachten feiern, hat das Fest aber seine
Spitze verloren: Die Geschichte hat eine weihnachtliche Dimension bekommen,
die Krippe – nicht der Stall -, die ungemütliche Suche nach einer Unterkunft,
die schwangere Maria auf dem Esel, die Hirten und die Engelschar füllen
den weihnachtlichen Himmel aus; die Härte wird nicht nachempfunden. Aber
ob es uns passt oder nicht: Krippe und Kreuz gehören von Anfang an zusammen,
was wir mit dem Wort „Verherrlichen“ ausdrücken. Der Stern von Bethlehem
ist ein Stern in finsterer Nacht, auch heute noch. Schon am zweiten Tag
des Festkreises legt die Kirche die weißen Festgewänder ab und kleidet
sich in die Farbe des Blutes, und am vierten Tag in das Violett der Trauer:
Stephanus, der Erzmärtyrer, der als erster dem Herrn im Tod nachgefolgt
ist, und die Unschuldigen Kinder, die Säuglinge ( nicht nur von Bethlehem
und Juda! ), sie stehen als Gefolge um das Kind in der Krippe. Was will
das sagen? Wo ist nun der Jubel der himmlischen Heerscharen, wo die stille
überwältigende Glückseligkeit der Heiligen Nacht? Wo der Friede auf Erden?
Friede auf Erden den Menschen, die guten Willens sind. Aber nicht alle
sind guten Willens. Darum musste der Sohn des ewigen Vaters aus der Herrlichkeit
des Himmels herabsteigen, weil das Geheimnis der Bosheit die Erde in Nacht
gehüllt hatte. Finsternis bedeckte die Erde, und er kam als Licht, das
in der Finsternis leuchtet, aber die Finsternis hat ihn nicht begriffen.
Die ihn aufnahmen, denen brachte er das Licht und den Frieden. Heute wie
damals sehnen sich Menschen und erwarten etwas, was sie selber nicht machen
können: Eine friedlose heillose Welt erfährt Frieden, die Dunkelheit der
Nacht wird vom Licht erhellt. Dem verlorenen Menschen wird der Erlöser
geschenkt. Das ist Grund genug, daß die Himmelsschar auf die Erde heruntersteigt.
Der Gesang der Engel ist nicht nur Lobpreis, sondern auch ein Programm:
Der allumfassende Friede = die Rettung, die Erlösung, das Heil des Menschen
auf Erden ist die Ehre Gottes in der Höhe. Die Menschen sind von ihm mit
Gnade beschenkt: ein Kind, der Retter wurde ihnen geboren. Dadurch sind
sie Menschen seiner Gnade, dadurch erhalten sie seinen Frieden, dadurch
wird Gott Ehre erwiesen.
Was können wir in unserem Leben mit dieser schönen Weihnachtsgeschichte
anfangen? Wir Menschen haben von Gott Gnade, Heil und neues Leben geschenkt
bekommen: Er hat uns den Retter und Erlöser, den Messias, unseren Herrn
Jesus Christus gegeben. Das bezeugt die Sorge Gottes um uns, seine viel
geliebten Menschen, seine Zuwendung zu uns. Wir haben die Möglichkeit,
uns wie die Bewohner Bethlehems oder wie die Hirten zu benehmen. Die ersten
haben Jesus abgelehnt, die Hirten haben ihn besucht. Die einen blieben
in ihrer Unwissenheit, die anderen aber „priesen Gott.“ „Gott zu lobpreisen“
heißt hier nichts anderes als ihm zu danken für das großartigste Geschenk
Gottes, sich als Erlöste, als Gerettete zu begreifen und zu empfinden;
sich selber treu zu bleiben und sich zu bemühen, auch nach dem Geist der
Liebe Jesu Christi zu leben. Jeder Mensch kann den Gang zur Krippe auf
sich nehmen, um Jesus Christus, den Heiland und Retter in der Machtlosigkeit
und Armut des Kindes in der harten Krippe zu erkennen und Gott mit den
Heerscharen der Engel und mit den Hirten auf dem Feld dafür aus ganzem
Herzen dafür zu preisen. Macht uns das nicht zu frohen, zufriedenen Menschen,
die überhaupt keinen Grund haben, gerade auch im Leid und Leiden die Hoffnung
aufzugeben.
Ganz im Gegenteil: wir sind herausgefordert, an das Gute heute und auch
morgen und im neuen Jahr - zu glauben und Gott alle Liebe zuzutrauen;
denn für ihn ist alles möglich!
Kaplan Mag. Thomas Rörig
(Verwendete Literatur: Hans Zirker, Zugänge zu biblischen Texten.
Düsseldorf 1986; Sel. Edith Stein: Am Kreuz vermählt. Benziger Verlag
).
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